PORTFOLIO
Kunst
Giorgio de Chirico
- ein rebellischer Künstler
Giorgio de Chirico ist einer der rätselhaftesten Künstler des 20. Jahrhunderts – und zugleich einer der am gründlichsten missverstandenen. Bis heute gilt er vor allem als Vorläufer des Surrealismus, als Schöpfer jener traumhaft leeren Piazze mit ihren langen Schatten, rätselhaften Figuren und Zügen in der Ferne. Doch diese berühmte metaphysische Phase erzählt nur einen Teil seiner Geschichte. Ab den späten 1910er-Jahren vollzieht de Chirico einen radikalen Wandel. Er wendet sich dem klassischen Handwerk und den Alten Meistern zu, malt Rüstungen, mythologische Pferde, antike Figuren und schwellende Vorhänge – und wird dafür von seinen einstigen Bewunderern, allen voran den Surrealisten, scharf kritisiert und schließlich regelrecht verfemt. Unser Film erzählt von diesem anderen de Chirico: dem Anachronisten, Selbsterfinder und unbequemen Querdenker, der sich weigert, auf den Stil festgelegt zu werden, der ihn berühmt gemacht hat. Im Mittelpunkt stehen die bis heute weniger erforschten 1920er- und 1930er-Jahre. Sie eröffnen einen neuen Blick auf einen Künstler, der sich gegen die Vereinnahmung durch Kritik und Kunstgeschichte wehrte – und dessen Einfluss bis heute weit über die Kunst hinausreicht.
Buch / Regie
Nicola Graef
Produktion
Kunsthaus Zürich
50 Min.
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