PORTFOLIO

Kultur, Literatur

Eine Sprache der Liebe

Weltliteratur im Spiegel der Zeit

Kaum ein Thema beschäftigt Menschen über Epochen und Kulturen hinweg so sehr wie Liebe, Sexualität und Beziehungen. Große Liebesgeschichten sind zeitlos, auch wenn sie Jahrhunderte alt sind. Ihre Erzählungen drehen sich um Themen wie Begierde, Selbstbestimmung, erste Liebe und Sehnsucht in der Trennung. Die Serie spiegelt diese Geschichten in ihrer Zeit und fragt zugleich, was sie uns heute noch sagen und warum sie uns weiterhin faszinieren.

Boris Pasternaks Doktor Schiwago liest sich in einer Gegenwart voller neuer Kriege wie ein Spiegel unserer Zerbrechlichkeit: Was bleibt vom Menschsein, wenn Mitgefühl gefährlich wird? Was von Liebe, wenn sie provoziert? In Stefan Zweigs Ungeduld des Herzens suchen die Figuren Erlösung im Anderen und scheitern, weil ihre Liebe auf Unaufrichtigkeit, falschen Erwartungen und emotionaler Abhängigkeit beruht. Virginia Woolfs Orlando erzählt von einem Leben jenseits von Geschlechtergrenzen und Konventionen und stellt die Frage, wie frei wir in Liebe und Identität wirklich sind. Marguerite Duras’ Der Liebhaber zeigt im kolonialen Vietnam der 1920er Jahre eine verbotene Beziehung und beschreibt Liebe als Machtverhältnis, Grenzüberschreitung und sexuelle Selbstfindung.

Alle vier Romane erzählen von toxischen Beziehungen, Manipulation, gesellschaftlicher Kontrolle und dem Konflikt zwischen Status, inneren Bedürfnissen und Selbstbestimmung. In einer Zeit, in der Inszenierung in sozialen Medien oft wichtiger ist als Authentizität, zeigen diese Werke, wie tief solche Muster in unserer Kultur verankert sind. Liebe und Beziehungen stehen heute mehr denn je im Zentrum gesellschaftlicher Debatten – gerade in einer Welt voller Krisen, in der die Sehnsucht nach Nähe, Geborgenheit und Zugehörigkeit wächst.

Buch / Regie

Angelika Kellhammer, Lena Scheidgen, Hedwig Schmutte, Julia Zinke

Produktion

ARTE (MDR, SWR, BR, NDR)

4 x 52min

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